Di

28

Apr

2015

.....................Keine-Eile.de....................

.....keine-eile.de ist die Blog Seite unserer lieben Reisefreundin Steffi. Wir lernten sie, ihren Mann Olaf und Hündin Lucy (sie hat die weichsten Öhrchen, die es auf der gesamten Hundewelt gibt!!!! ich schwöre!!!!) in Portugal kennen und auch wenn wir uns nicht oft sehen oder gerade weil wir uns nicht so oft sehen, stöbere ich immer wieder mit Vergnügen auf ihrem Reise Blog. Jetzt ganz aktuell hat sie eine bombastisch gute Zusammenstellung aller Informationen für Marokko interessierte Reisende veröffentlicht. Wer Einreise Infos braucht, wer über mehr sachliche Informationen zusätzlich Sicherheit für sich bekommen möchte:

...................... keine-eile.de ...............   


..........................................ich kann´s dir nur empfehlen!!!!!

....Danke dir Steffi!!!! Für die Arbeit!

          ....ich kehr dann mal (faul)  in´s wunderbare 

                                 Tafraoute

         zurück, dem schönen Ort zwischen den runden, rosafarbenen Felsen....und erzähl einfach mal weiter....denn....

 


........es gibt für uns so gar keinen Grund, diesen wunderschönen Flecken Erde wieder zu verlassen und mehrmals zum Beispiel geniessen wir den tollen

                 Mittwochs Souk

in vollen Zügen und jedesmal präsentiert er sich uns anders.

    

  

    So ist es zum Beispiel ganz normal, dass bereits am Vorabend des Markttages aufgebaut und auch bereits vereinzelt verkauft wird.         An unserem ersten Tafraoute - Markt -Vorabend ist es bereits dunkel, die meisten Händler haben fertig aufgebaut und diverse Kunden schlendern durch die Reihen der Stände. Und trotz der Menge an Menschen und Aktivitäten ist es total leise, beinahe so, als wäre alles heimlich und wir werden jetzt stillschweigend zu akzeptierten Mitwissern eines großen, spannenden Geheimnisses.   Es herrscht eine ganz besonders tolle Stimmung und wir sind weit und breit wieder die einzigen Touris. Keiner der kommenden Märkte, bzw. Vorabendmärkte in Tafraoute ist wieder so, wie dieser eine. Dieser eine bleibt ganz besonders besonders!!!



Jeder weitere Souktag, den wir hier erleben, bleibt für sich, unbedingt auch ein ganz eigenes besonderes Erlebnis.  



Trotzdem oder gerade wegen dieser Erlebnisse gehen mir so viele Gedanken zum Thema Souk durch den Kopf....

              ich hau sie einfach jetzt hier mal so raus....

    - ich hinterfrage mich schon immer wieder, ob mein  

                   Denken in Ordnung ist,

    - denn- wer bin ich schon?, dass ich über andere

                   Menschen oder ihre Art mit Dingen

                          umzugehen befinden darf????

     - Ganz bestimmt darf ich das nicht und

     - ich bin auch sehr egoistisch, wenn ich denke:    

...“ bitte bleibt, wie ihr seid, ........................denn so seid ihr toll...“

 

       - denn diese Menschen antworten mir dann in

                    meinen Gedanken:

    „Wer bist du, dass du darüber entscheidest,

ob wir am Wachstum und am Reichtum der Welt teilnehmen oder nicht.    Wer bist du, dass du dir ein Urteil darüber erlaubst zu sagen, was arm bedeutet und was nicht.....   

   du bist reich...

 

 

Diese Welt, in der wir uns hier in Marokko bewegen, scheint noch so wunderbar in Ordnung, die Leute sind so freundlich, sie lächeln viel. 


„Daheim“ treffen wir oft auf verbitterte, angstbesetzte, besitzstandswahrende, unzufriedene Maulflappen …. In Spanien werden wir wieder über die Ignoranz der Menschen stolpern und in Frankreich über die Arroganz......


      Die Menschen, die wir hier in Marokko sehen, wirken so zufrieden   (ja, ein wichtiger Grund sei der viele Regen vom Dezember. Er hat die Bewässerungs - Stauseen gefüllt und läßt die Ernten üppig werden!)


 

Das Miteinander ist vielen wichtig. Die Ansprache - und sei es nur die üblichen Begrüßungsfloskeln -

            Salam .........lebäs?

                           ........becher!

                 .........hamdullilah!!

ist immer da. Die Leute schauen sich an, nehmen Rücksicht auf den anderen, den Schwächeren, sind achtsam,  respektvoll, wohlwollend.....

 


Ihr Denken zeigt sich uns auch in Form von Besenstielen oder einfachen Vorhängeschlössern. Das Vermögen, die Ware, der Laden oder was auch immer wird mit einem kleinen, schlichten Vorhängeschloß oder eben mit einem quergelegten Besenstiel verschlossen. Dieser besagt, dass der Besitzer grad in der Moschee betet, daß das Geschäft geschlossen ist.

                     Keiner klaut.

Bei "uns" sind die besten Schließanlagen nicht gut genug.  

                        Hier ist einfach ZU.


Ich sehe den – für mich leider -

           unaufhaltbaren Wandel der Zeit,

                         verbunden mit dem undankbaren Wort

              

    „Wirtschaftswachstum“.

 

Ursprünglich - so ungefähr bei Adam und Eva - versorgte sich die Bevölkerung durch eigenen Anbau von Lebensmitteln. Eine Gesellschaft, die durch Selbstversorgung quasi alles hat, braucht eigentlich kaum Handel.

Erst, wenn die Regenfälle mehr und mehr ausbleiben und die Selbstversorgung – auch aus anderen Gründen - nicht mehr ausreichend funktioniert oder der Bedarf an anderen Gegenständen (auch dank TV Werbung) oder Lebensmitteln wächst, braucht der Mensch einen Handel -

                

  einen Markt – einen Souk.

 

Ein ursprünglicher Souk in Marokko dient aber nicht allein der Versorgung von Lebensmitteln oder Alltagsdingen.

 

Ein Souk ist DAS wichtige Element zum einander Treffen. Ein großer Teil der sozialen Bindung findet auf dem wöchentlichen Souk statt. Der einfache Austausch nimmt einen großen Teil der Einkaufszeit ein. Es werden andere Neben - Geschäfte getätigt,

........es werden Verträge verhandelt und gemacht.

Viele Ehe-Anbahnungen werden immer noch auf einem Souk eingefädelt.

Sehr viele Frauen haben überhaupt nur durch den wöchentlichen Souk "Kontakt" zu Männern außerhalb ihres Haus- und Hof Bereiches. Nur so sehen sie andere Menschen - potentielle Ehemänner - . Mehr erlauben ihre Männer/Väter/Brüder ihnen nicht – oder sie selber sich nicht........aber das ist ein anderes Thema....

 

Durch den stetig wachsenden Bedarf finden diese Souks immer häufiger in der Woche statt. Sie werden in Ballungsgebieten mehr und mehr zum Permanentangebot, quasi wie ein „Super“markt, der zu keinem besonderen festen Tag, vom Kunden schnell mal eben besucht wird und so keine Gemeinsamkeiten, keine Treffen mehr entstehen.

 

Damit einhergehend werden aber:

1.) wöchentliche Souks leider immer seltener bis gar nicht mehr in kleineren Dörfernabgehalten. Damit


2.) kann der Kleinbauer seine Erzeugnisse nicht mehr vor Ort an den Mann bringen und



2.) der Handwerker hat im nahen Umkreis nicht genügend Kunden


und damit

3.) sinkt rapide dieZugehörigkeitzum gesellschaftlichen Leben derer, die nicht mobilsind.


Es sind verstärkt, besonders im Südwesten des Landes, überwiegend die Männer, die ihren Souk aufsuchen, die einkaufen, die die Geschäfte machen. Sie sind es, die mit dem Taxi, Fahrrad oder dem Eselkarren zum Souk fahren und dort einkaufen. 


Viele Frauen werden durch das Ausbleiben des Wochenmarktes, durch die vermeintliche Moderne, wieder ausgegrenzt und

        zurückversetzt in die Zeit der Isolation.

Dann fehlt ihr Lächeln!!!!


Bei uns in Deutschland ist nach der Supermarkt Schnell – Schnell - Welle und den Billig Discountern längst ein weiteres Wirtschaftswachstum eingeläutet

               

   – der Internet Handel –


kommt ins Haus via Bring-Dienst. Da muss man / Frau mit gar niemandem mehr reden......Herzlichen Glückwunsch!!!!

...........oder ….machen´s diese Menschen vielleicht anders?????


Ein Handy / Smartphone besitzen bereits alle, egal alt oder jung, Frau oder Mann.  Eine SIM Karte für´s Internet kostet bei maroc telekom für 4 GB/1 Monat „nur“ 50 Dirham = 5 Euro.........(ein normaler Monatsverdienst auf dem Land liegt bei ca. 3500 Dirham, die Landbevölkerung zahlt in der Regel keine Miete, sie lebt im Eigentum)


Noch - Allah sei Dank – ist es vielfach so, daß die Kleinbauern auf dem Wochenmarkt ihrer Wohnumgebung ihre Erzeugnisse anbieten und die gewerblichen Händler zu diesen regelmäßigen WochenMärkten von Dorf zu Dorf ziehen.

Noch gibt es in ganz Marokko erst ca. 12 große Supermärkte, wie wir sie als normal kennen. Noch....


...wer bin ich schon....die sagt...“bleibt wie ihr seid, weil so ist es gut!“

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