Yangon Myanmar

 

Yangon, Myanmar

..... als erstes fällt uns auf, dass rechts gefahren wird                   ......     die Fahrzeuge aber trotzdem Rechtslenker sind!! 

 

Und als Nächstes fällt uns auf, dass die Männer wie blöde die Betelnuss kauen und nicht nur damit ihre Zähne bzw. ihr Zahnfleisch komplett ruinieren!!!

... sondern auch ständig krassest, eckelig, heftigst die Nase hochziehen, um dann anschließend ausgiebig auszurotzen.......

 

Und dann fällt uns auf, dass die Männer Tücher statt Hosen tragen (wie Röcke) .....sich ständig in den Schritt packen........und dass "der Mann" allein im Restaurant, Cafe oder in der Bierbar sitzt. Die Frau bleibt brav daheim.......

Und der gleich folgende Eindruck zeigt: was kaputt ist bleibt kaputt, verrostet bleibt verrostet, gerissen bleibt gerissen.... geplatzt, gebrochen, ... tiefe Löcher bleiben, egal, ob es gefährlich ist. Dunkel bleibt dunkel, verrotzt bleibt verrotzt.....

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..........gepflegt oder sauber sind hier komplett unbekannte Fremdwörter. Ist uns ja sonst auch nicht so wichtig, aber soooo?!!! 

 

Yangon (ehemals Rangun genannt und ehemals Hauptstadt von Myanmar, ehemals Burma, ehemals Birma.....) 

scheint jetzt, nach der blutigen Zeit der Militärherrschaft einen witschaftlichen Aufschwung zu erleben. Überall wird gebaut, es sieht nach den verschiedensten finanzkräftigen Investoren aus... Chinesen... Russen... Malaysier... auch Europäer sind dabei. Es mündet in ein verstaubtes Durcheinander von unzähligen Baustellen und beinahe hoffnungslosem Verkehrschaos. 

 

Dieses Haus ist 'erst' von 2004 und sieht bereits aus wie eine Ruine.....

 

Unglaublich viele Strassenhunde, in meist sehr traurigem Zustand, durchsuchen die Muellberge.

Zwischen all dem Müll wohnen zahlreiche Ratten....

....selbst die Haustiere sehen zerlegt aus....die vielen streunenden Hunde und Katzen sind zum Heulen zerkratzt und von Flöhen zerbissen. Eine Streicheleinheit bedeutet, dass wir uns unter Garantie mindestens einen Floh absammeln....wir lassen das mit dem Streicheln schnell wieder....leider!!!

 

Unter jedem Bürgersteig läuft ein Abwasserkanal. Das ist durchaus üblich in Asien. Hier in Yangon sind die Beton Abdeckplatten aber sehr oft gebrochen. 

Jeglicher Müll wird in diese Kloaken Wasserrinnen noch dazu geschoben.....wir sehen also diverse Ratten.....wirklich hohe Müll Berge, permanter Gestank, alles ist dunkel, keine Farben, verrusster Beton, verrostetes Metall, verdrecktes, vermodertes Holz!!!

 

Die kaputten Bürgersteige sind in der Regel nicht benutzbar, also laufen wir auf den Strassen. Als Fussgänger bist du allerdings Freiwild für die jagende Auto Meute.  

            !!!!!Sie hupen dich schwindelig!!!

 

Vor den Hauseingängen dröhnen dazu riesige Not-Strom Aggregate. Der städtische Strom fällt öfter aus. Daneben wiederum stehen große Wassertonnen gefüllt mit dem schlimmsten Dreck-Wasser, in dem sich ganze Familien abends auf dem Bürgersteig waschen....

               ...und hoch über den Straßen stehen überdimensionale Werbetafeln mit Werbung für Design Wasser....

        

                   alles sehr schräg.....

 

 

                                         Nachgerüsteter Toilettenablauf...

 

Unser nächster Eindruck kommt gleichauf:

 

...Yangon ist auch interessant und alle Leute in den Strassen sind super nett zu uns!!!  ....

 

                 UNSER ZWEITER EINDRUCK:

Nach dem, was wir nach und nach auf unseren Rundgängen an armen, baufälligen Holz-Behausungen und an Lebensgewohnheiten oder Umständen der Einheimischen sehen, ist unser Hostel im Stadtteil Bahan top sauber! Wir wohnen in einem netten, recht neu gemachten Zimmer, mit einer - jetzt mit anderen Augen betrachtet - eher kleineren Portion Schimmel im Bad.....alles unwichtig.....und immer relativ.....

Interessant und auch neu für uns, ist die unmittelbare Nähe zur Familie hier. Sie lebt, nur durch eine dünne Holzdecke getrennt, quasi gefühlsecht,  über unserem Bett.  

.... die Menschen von Yangon ....

 

.....ich zeig euch einfach mal meinen Eindruck von den Menschen dieser Stadt......

          ...... wie gesagt, sie sind total aufgeschlossen und freundlich zu uns!!!

      Obwohl wir ja quasi ständig durch ihr Wohnzimmer laufen und staunen und viel fragen und fotografieren.....

                                          ...gleich muss er ausspucken....das sieht dann aus, als blute er aus dem Mund.... vor ihm auf dem Tisch liegen die Blätter, in die die Betelnuss und der gelöschte Kalk eingewickelt sind. Ich merk gerade, ich werde einen einzelnen Bericht über diese Volks - Droge verfassen!!!

...auch wenn alle Gegenstände total verpanzt sind, sie legen viel Wert auf ihr Aussehen...

und auf ihre Mode...

 

 

...sie sind auch im höheren Alter so unglaublich beweglich!!! 

Sie leben auf dem Boden, das sind sie gewohnt. Sie sitzen eher selten auf Stühlen, und wenn, dann auf Mini-Kinder-Hockern.     Ich glaube sie sind gesünder...

 

...die Arbeit ..... in Yangon

... die Menschen in Yangon sind absolute Frühaufsteher. Sie sind irgendwie fleissig, aber irgendwie auch nicht.    Und Pause braucht jeder mal......

 


     

Und auch hier sind die Kinder immer mit dabei...


      ...und!!! Frauen werden mal wieder  bis zu 10 mal schlechter bezahlt als Männer.....sie verdienen eher 5000 Kyats, Männer bis zu 50.000 Kyats am Tag. Das sind ungefähr 3,50 Euro zu 35 Euro am Tag. 35 Euro, und damit über 1000 Euro im Monat verdienen allerdings eher die Beamten und ....die Hotelbesitzer.....


Überall in den Läden oder egal wo, ist immer ein sehr hoher Personalschlüssel. Die Chefs leisten sich viele Angestellte. 


In besser gestellten Familien ist es nach wie vor so, daß die Frau nicht arbeitet und sich um Kinder und Haushalt kümmert. ....Wir sehen allerdings überall arbeitende Frauen....mit ihren Kindern.....



wenn die jungen Arbeiter so einen schweren Sack von einem Boot zu einem LKW tragen, bekommen sie am Boot einen kleinen grünen Stab in die Hand. In dem Moment, in dem sie den Sack zu einem bestimmten LKW tragen, geben sie diesen Stab dort ab und bekommen dafür einen roten Stab. Der Stäbetauscher vor dem LKW zählt seine grünen Sack Stäbe in fünfer Türmchen, dann weiß er, wann sein LKW voll ist. Die Träger bekommen anschließend ihren Lohn anhand der erarbeiteten roten Stäbe. Ein altbewährtes Tagelöhner Prinzip. 

          Es heißt, der Mindestlohn in Myanmar liegt bei 800 Euro im Monat. Wir fragen immer mal rum und erfahren, daß Angestellte im öffentlichen Dienst vielleicht soviel Geld bekommen, die Mehrheit hat keine 500 Euro im Monat, also etwa 15 Euro am Tag.

 

 

hier gilt ganz klar: geht nicht - gibt es nicht...

 

..............Essen in Yangon....

 Wir hatten uns auf das Essen gefreut! In Ranong auf dem Markt sah alles burmesische so toll und lecker aus!!

Wir mögen hier im Strassenverkauf oder in den Restaurants ...............................NICHT!!! essen ............................            und gehen stattdessen in eine Art Bürger King! Eigentlich traurig....aber ...... alles Essen sieht so undefinierbar aus, ist grauselig fettig oder ist derart frittiert, dass wir nicht sehen können, was es ist. Sehr oft sind es Innereien, die wir sonst auch nicht essen; in einer Brühe, die uns an die Kloake erinnert.....Und irgendwie ist immer alles im Dreck. Nicht Erde! Oder etwas dreckig...nein: Dreck, Öl, Russ, Gestank, Müll........Dreck.....das Kochgeschirr starrt vor Dreck, die Töpfe, die Tische... ich führ' das nicht weiter aus....

 

Auch nach Tagen bleibt das Essen für uns grauselig, auch wegen der unzähligen Fliegen drauf.

Die Burmesen lieben ihr Essen. Sie gehen, wie alle Asiaten in den unzähligen Garküchen essen.

 Wir haben uns Weißbrot, Weißkohl und eine Chillisoße gekauft. Auch lecker!!!

...zu schade, dass wir nicht selber kochen können. Einiges  würde ich schon gerne selber ausprobieren

 

Im Gegensatz zu Thailand wird hier übrigens überall noch mit Holzkohle gekocht oder die Küche ist kalt. Gasflaschen sehen wir keine. 

 

Die Verkehrmittel von Yangon.....

der normale Stadtbus, der nur auf dem Bild gut aussieht...er klappert und schrötert ordentlich...

 

der normale PickUp, der bis zu 32 Leute befördert

 

das Personenfahrrad...wir mochten das keinem Fahrer antun, obwohl es ja sein Job ist...

 

Das Ungetüm!!! Der Kleinbus, offensichtlich von einer Privatfirma, denn sie stopfen die total klapprigen Busse voll, dass einem schwindelig wird!!! Wir sind damit super günstig für 100 bis 200 ks (Kyats) ( 1Euro = 1335 Kyats) überall hin gekommen und hatten viel Spass mit den Fahrern und mit den Einheimischen!!! Und irgend jemand passt immer auf uns auf...dass wir nicht rausfallen, dass wir richtig aussteigen...dass wir gut sitzen...womit ich allerdings schlecht zurecht komme ist, daß das Ein- und Aussteigen der totale Stress ist. Der Fahrer fährt bereits weiter, während ich noch die hammer hohen Stufen versuche ein- bzw.  auszusteigen. Die Fahrt mit einem Taxi z.Bsp zur Sule Pagode auf der Verkehrsinsel hätte 4000 ks gekostet. 

 

....alle Fahrer kauen die Betelnuss und rotzen während der Fahrt aus dem Fenster. Die meisten Autos sind außen voller roter Rotz-Spritzer....

und das Boot rüber über den Fluss....

 

Myanmar's Militär Regierung...

Auch nach der Wahl der Aung San Partei verbleiben 25 Prozent der Macht in militärischer Hand. Darunter fällt zum Beispiel das Gerichtswesen zu einem hohen Teil und das Gefängnis. Ich war im Eingangsbereich des Gefängnisses, weil ich das schöne, alte Gebäude so beeindruckend fand und wissen wollte, was drinnen ist. Alter Scheißer!!! Lass mich da niemals eingebuchtet sein!!! Wenn der Eingangsbereich, in dem das Wachpersonal und die Juristen sind, schon so aussieht, möchte ich NIE erfahren, wie die Zellen aussehen!!! Die armen Gefangenen, fast egal, was sie angestellt haben. 

Und wie das Schicksal es will, taumel ich geschockt aus dem Gebäude und treffe draußen auf eine Gruppe junger Männer mit Kamera. Sie warten offensichtlich auf jemanden und ich bin wie immer neugierig. Sie erzählen mir, daß sie Studenten sind und vor 14 Tagen eine Art Demo gemacht haben, mit kritischen Äußerungen gegen die Mächte. Daraufhin seien 4 von ihnen inhaftiert worden. Sie sollen heute dem Haftrichter vorgestellt werden und eventuell dann freigelassen werden. Jetzt warten die Freunde seit dem Morgen, um die Freilassung zu feiern und filmisch zu begleiten.

 

Und keine halbe Stunde später bekommen wir an ganz anderer Selle mit, wie zwei junge Männer auf der Straße verhaftet werden und in so einen Polizeiwagen verfrachtet werde. Die Hilflosigkeit der Frau und dieser Blick aus dem Gitterfenster ist mir noch lange im Gedächnis! Was er wohl angestellt hat? 

...die Pagoden von Yangon.....

Nach all dem Weltlichen fehlt hier jetzt unbedingt noch der Glaube

Der Buddhismus ist allgegenwärtig. In jedem Haushalt und in jedem Laden oder Arbeitsplatz ist eine Stelle, an der Gaben für Buddha liegen, vor jeder Haustür auch und in vielen Straßen stehen Tempel, die von den Gläubigen jederzeit besucht werden. 

 

Mit Abstand die größte Pagode ist die Shwedagon Paya mit ihrem 99 Meter hohen Turm und ihren vier schön verzierten,  langen Treppen. Die Pagode ist mit unglaublichen  27 Tonnen Blattgold beklebt und mit tausenden Diamanten und weiteren Edelsteinen geschmückt UND!!! in ihrem geheimen Inneren sind acht Haare vom Buddha Gautama! 

 

Die Pagoden Stupa sehen super schön aus und es ist eine gute Entscheidung, dass wir uns hier oben diesen Tempel anschauen....denn der Eintritt für uns Foreigner ist satt!

 

       Stolze 8 Dollar oder 8000 Kyats müssen wir bezahlen!

 

Und weil wir erst lernen müssen, zahlen wir noch eine Donation, eine Spende, für die Aufbewahrung unserer Schuhe im Regal. Demnächst haben wir immer eine Tüte dabei ( weil die Schuhsohlen auch nicht so appetitlich sind) und stecken die Sandalen dann in den Rucksack. Mit Tüte in der Hand darf man übrigens auch nicht auf den Pagodenplätzen bummeln, das mögen sie nicht leiden. Ich komm mir schon völlig wie die Sauber - Tante vor: aber ich muß hier jetzt erzählen, wie voll eckelig die Böden in den Tempelanlagen von Myanmar sind! Das sind keine reinlichen Orte!!!

...auch die jungen Mönche aus Myanmar verzichten nicht auf ihr Smartphone.

...upps!!!...Hakenkreuze auf den Tüchern!?.....Das Hakenkreuz ist ein altes Symbol des Glückes und der Kraft!!! Leider von den falschen Leuten benutzt....

 

Wir sitzen und genießen diese verschiedenen Pagoden, da kommt eine Zeremoniengruppen daher. Die Familien tragen ihre Töchter und feiern sie, weil sie Novizinnen werden. Sie werden für 7 Tage im Kloster leben, bzw. morgens gebracht und abends geholt. Die Eltern bringen dann auch Essen für die Novizinnen und auch andere Gaben. Später, wenn die Mädchen älter sind, können sie nochmal in ein Kloster gehen, damit sie beten lernen und Gutes tun und ganz vielleicht in ihrem nächsten Leben als Mann wiedergeboren werden, um dann der ewigen Wiedergeburt endlich ein Ende machen zu können, was nur ein Mann kann, wenn er genug Gutes getan hat. ...Frauen ist es nicht möglich, in's Nirvana, dem Reich der Erlösung, zu kommen. Frauen beten auch in den hinteren Reihen, Männer vorne. Sie sind leider auch in dieser Gesellschaft deutlich weniger wert als Männer.   Das ist vom Menschen so gemacht. Damit hat Buddha nix zu tun!!!

...unser erster Gebets Abend...

Bereits am Nachmittag fällt uns auf, daß Männer unzählige kleine Teppiche in einer Strasse ausbreiten und daß am Ende eine Bühne steht.

Am Abend gehen wir schauen und kommen grad zeitig zur Gebetsstunde. Die Einheimischen amüsieren sich sehr wohlwollend, als wir uns zu ihnen mit auf einen Teppich setzen. Da kommt durch die Mitte eine kleine Truppe junger Männer, die auf Muscheln das 'Horn' blasen und auf kleinen Gongs scheppern. Das hört sich echt so an, wie sie es im Fernsehen immer zeigen!!! Am Ende schreitet ein Obermönch den Mittelgang hinterher und rauf zur Bühne und betet von seinem heiligen Stuhl aus über eine Stunde die rituellen Gebetssätze in sein heiliges Mikrophon. 

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....eine Stunde kann sehr lang sein, wenn man nicht zappeln darf, auch nicht totografieren darf....die Beine langsam weh tun.....man nichts versteht.......die Füße irgendwann einschlafen......

...wir haben durchgehalten!!!...

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